
Unser Zuhause für vier Tage: die Dockan Marina, Malmös moderner Stadthafen. Wer in den einschlägigen Führern nachschlägt, findet alle Angaben zur Infrastruktur – und kann ihnen vertrauen. Alles stimmt, alles funktioniert. Ein Liegeplatz mitten im Geschehen, mit allen Vor- und Nachteilen, die das mit sich bringt. Wer Ruhe sucht, liegt hier falsch. Wer Malmö erleben will, liegt hier genau richtig.
Am ersten Tag erkundeten wir die nähere Umgebung zu Fuss – Hafen, Umgebung, erste Eindrücke. Wie fühlt sich diese Stadt an? Die Antwort kam schnell: Malmö nimmt sich Zeit. Keine Hektik, kein Gedränge, kein Lärm. Einfach eine Stadt, die weiss, dass das Leben auch langsam schön ist.
Am zweiten Tag gönnten wir uns eine andere Perspektive: ein Touristenboot, das nahe beim Hauptbahnhof ablegt. Zwei Stunden lang zeigte sich Malmö von seiner schönsten Seite – Kanäle, Kais, Brücken, Hinterhöfe. Was von Land aus verborgen bleibt, öffnet sich auf dem Wasser. Für uns Segler immer wieder ein besonderes Erlebnis, eine Stadt durch ihre Wasseradern zu entdecken.






Zurück an Land erwartete uns ein glücklicher Zufall: Ein einwöchiges Foodfestival hatte die beiden zentralen Plätze der Stadt in Beschlag genommen. Küche aus aller Welt, duftend und bunt, aufgebaut zwischen historischen Fassaden. Das einzige Problem? Man wusste schlicht nicht, wo anfangen – und noch weniger, wo aufhören. Also liessen wir uns einfach treiben, schauten, schnupperten, staunten. Bei strahlendem Sonnenschein war das schon Genuss genug.







Den Abschluss machten wir auf Rädern. Ein feiner Service der Dockan Marina: Gästelieger können kostenlos Fahrräder ausleihen – einfach fragen, losfahren, geniessen. Flaches Land, breite Wege, herrlicher Seewind. Die Westküste entlang war ein Genuss ohne Anstrengung. Kein Hügel, kein Problem. Und unterwegs? Alles was Räder hatte, war unterwegs. Jung und Alt, Familien, Rentner, Kinder auf Laufrädern. Malmö radelt – und man radelt einfach mit.
Unser erstes markantes Ziel: der Turning Torso. Aus etwa fünfzig Metern Entfernung vorbeigefahren, den Blick nach oben gerichtet – und kurz schwindelig geworden. So wie immer, wenn man an einem Hochhaus nach oben schaut. Nur dass dieser Turm sich dabei auch noch spiralförmig dreht. Beeindruckend.
Weiter ging es zum Ribersborg. Am Wasser thront dort das Ribersborgs Kallbadhus, von den Einheimischen liebevoll «Kallis» genannt – das älteste Badehaus Malmös, dessen Geschichte bis ins Jahr 1898 zurückreicht. Spotted by Locals

Von aussen wirkt es wie ein Relikt aus einer anderen Zeit, ein langer Holzsteg führt ins Wasser hinaus, als würde das Gebäude auf den Wellen schweben. Drinnen erwartet einen fünf Saunen, Seewasserpools und ein Sonnendeck Visit Sweden – und eine klare Ansage: Hier badet man so, wie Gott einen schuf. Getrennt nach Geschlecht, ohne Wenn und Aber. Ein echtes Stück schwedische Badekultur. Wir respektierten das – vom sicheren Abstand der Aussenperspektive.
Kurz danach entdeckten wir eine schwimmende Wasserburg: ein Hindernisparcours auf dem Wasser, aufgebaut für jedermann. Die Kinder dort hatten sichtlich Spass – klettern, rutschen, fallen, lachen, nochmal. Wir haben das Zuschauen zur Kunst erhoben.

Vier Tage Malmö vergehen viel zu schnell. Die Stadt hat alles, was einen guten Stopover ausmacht: einen hervorragend organisierten Hafen mit allem was man braucht, eine lebendige Innenstadt, entspannte Menschen und eine Ruhe, die man als Segler nach langen Etappen zu schätzen weiss. Unser Urteil fällt eindeutig aus: Malmö ist mehr als eine Reise wert. Wir kommen wieder.
