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Etappe 2 – Unter Segeln nach Prerow

Kühlungsborn, kurz nach neun. Das Frühstück liegt noch warm im Magen, als wir die Leinen losmachen. Der Himmel zeigt sich in Blau, ein frischer Nordwestwind streicht über das Wasser –  genau das richtige Segelwetter. Wir motoren aus dem Hafen, hissen die Segel und lassen Kühlungsborn hinter uns.

Was folgt, sind Stunden pures Segeln. Der Wind bleibt uns treu – stets von der Seite, immer Halbwind. Kein Schlag, kein Wenden, kein Motoren. Einfach segeln, wie es im Bilderbuch steht.

Irgendwann taucht Warnemünde an Steuerbord auf. Und mit ihm der ganz grosse Schiffsverkehr. Im Fahrwasser kommen und gehen die Fähren nach Dänemark, Schweden und Finnland – schwimmende Hochhäuser, die sich gemächlich durch die Einfahrt schieben. Und als wäre das nicht genug, zieht auch noch eine AIDA hinter uns durch, macht sich auf den Weg in den Norden. Wir auf der Naurulokki segeln einfach weiter.

Gegen Nachmittag wandelt sich die Stimmung: Die Wolken ziehen ab, der Himmel öffnet sich strahlend blau, und die Sonne taucht das Wasser in warmes Licht. 20 Grad, kein Wölkchen mehr – die Ostsee von ihrer besten Seite. Als der Wind nachlässt und der Ankerplatz näher rückt, übernimmt der Motor für die letzten Meilen.

Am späten Nachmittag fällt der Anker – unser erster dieser Saison. Zur Rechten liegt das Naturschutzgebiet, ruhig und unberührt. Vor uns öffnet sich der Blick auf den Strand von Prerow, wo sich noch ein paar Unerschrockene ins kühle Ostseewasser wagen. Man sieht es ihnen an: das Wasser ist noch kalt.

Der Abend gehört uns. Langsam taucht die Sonne ins Wasser, der Himmel brennt in warmen Farben. An Deck duftet es nach dem Abendessen, und wir sitzen auf der Badeplattform, die Füsse baumeln ins kühle Ostseewasser – kein Steg, kein Lärm, kein Trubel.
Nur das leise Schaukeln und dieser Moment, für den man segelt.