Sonntag, 06. Juli 2025, Kühlungsborn. Das Ende des Sommertörns rückt in greifbare Nähe, und das Wetter gibt uns schon mal einen Vorgeschmack aufs Abschiednehmen: Es nieselt, und bei diesem Wetter lockt man keinen Hund hinter dem Ofen hervor. Aber der Kalender kennt kein Erbarmen. Vor uns liegen rund 36 Seemeilen nach Neustadt, und der Wind kommt, wie könnte es anders sein, genau von dort, wohin wir wollen. Irgendwie passt das zu den letzten Wochen.

Heute legt Andrea ab. Bei 11 bis 15 Knoten und Nieselregen setzen wir um 09:00 Uhr die Segel. Unangenehm, aber wir wollen sehen, was geht.
Lange bleibt es nicht bei der Gemütlichkeit. Der Wind frischt auf 21 Knoten auf, die Welle wächst auf einen Meter. Das klingt harmlos, aber ein Meter in kurzen Abständen nimmt jeder Fahrt den Spaß: Das Boot stampft, es schüttelt, es nervt.
Das Stichwort des Tages heißt Aufkreuzen. Wer genau gegen den Wind will, kommt nur im Zickzack voran, und jeder Schlag verlängert die Strecke. Der segelbare Kurs bringt uns allein nicht ans Ziel, also geht um 10:40 Uhr der Motor mit an. Den Rest des Tages wechseln wir zwischen Segeln und Motoren, ein ständiges Abwägen statt Segelgenuss.
Die zusätzlichen Meilen haben Folgen: Unsere Ankunftszeit rutscht nach hinten. Mehrmals melden wir uns beim Hafenmeister des Neustädter Segelvereins und fragen, ob das mit dem Liegeplatz noch klappt. Jedes Mal beruhigt er uns, auch nach der Korrektur der Ankunftszeit. Ein kleiner Lichtblick an einem grauen Tag.
Um 16:45 Uhr ist es geschafft. Der Hafenmeister weist uns Platz Nr. 2 zu. Eigentlich wäre er längst auf einem Musikfest verplant gewesen, hat aber extra auf uns gewartet. Der erste Eindruck vom Telefon bestätigt sich: freundlich, geduldig, und beim Anlegen stehen gleich zwei helfende Hände bereit. Dafür ein dickes Bravo und ein herzliches Danke!

Nach dem langen Tag gibt es Essen in der „Kombüse“, sicher eines der schönsten gelegenen Restaurants in Neustadt. Meer- und Hafenblick, Plätze drinnen und draußen, klare Empfehlung für alle, die hier vorbeikommen.
Zwei Tage bleiben wir im Hafen und erkunden das Hinterland zu Fuß und mit dem Rad. Das hat einiges zu bieten.






…